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Whatsapp
Datum: 16. März 2018 | Kategorie: Trends

Neuer Versuch: WhatsApp will Daten rechtskonform an Facebook weitergeben

Innerhalb der EU darf WhatsApp seine Daten nicht an den Mutterkonzern Facebook weitergeben. Künftig will man es trotzdem versuchen, aber auf Basis der neuen EU-Datenschutzverordnung. Das teilte das Unternehmen in einer Verpflichtungserklärung mit.

Whatsapp auf Smartphone
© Sara Michilin / Fotolia.com



Eigentlich darf Facebook die Nutzerdaten von WhatsApp nicht verwenden. Erst Anfang März wurde das bekräftigt. In Spanien müssen die Unternehmen deswegen jetzt sogar eine Strafe in Höhe von 300.000 Euro zahlen. Doch der Konzern gibt nicht auf. In einer Verpflichtungserklärung an die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham erklärte WhatsApp nun, dass man Daten künftig auf Basis der neuen EU-Datenschutzverordnung an Facebook weiterleiten wolle, berichtet Golem.

In Einklang mit der DSGVO

Bislang habe man keine Daten europäischer Nutzer an Facebook weitergeleitet, beabsichtige aber mit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai, einen Datenaustausch auf Grundlage der neuen Regeln durchführen zu wollen. Nutzerdaten sollen dann „in voller Übereinstimmung" mit der Verordnung weitergeleitet werden. Das heißt, dass WhatAapp künftig zuerst das Einverständnis der Nutzer einholen könnte, bevor Daten weitergegeben werden. WhatsApp wolle mit der zuständigen Datenschutzbehörde kooperieren, um rechtlich abgesichert zu sein.

Derzeit fehle es WhatsApp an der rechtlichen Grundlage, Daten von EU-Bürgern mit Facebook auszutauschen. Dies belegte eine Untersuchung der britischen Datenschutzbehörde. WhatsApp hatte seine Nutzer zudem nicht ausreichend über die Datenweitergabe informiert. WhatsApp räumte in der Verpflichtungserklärung ein, dass Nutzerdaten bereits von Facebook-Unternehmen verarbeitet werden, um WhatsApp bei Infrastruktur, Analyse und Monetarisierung zu unterstützen.

Vorauseilender Gehorsam

In Erwartung der DSGVO hatte WhatsApp seine Massenger-App bereits im Februar für die Vorgaben der DSGVO anpassen lassen. Die Android-Vorabversion 2.18.50 wurde mit einer Funktion für den Download der gesammelten Nutzerdaten ausgestattet. Damit kann der Nutzer einen Datenreport zur Einsicht anfordern.


Geschrieben von Christoph Pech


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