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Datum: 30. Oktober 2017 | Kategorie: Trends

Mieten statt Kaufen: Was ändert sich durch das Geschäftsmodell?

Die Kundenerwartungen der sogenannten Millennials haben sich in den letzten Jahren mehr und mehr gewandelt. Für Verbraucher gilt das Credo: “Ich will alles, ich will es jetzt und ich will es erleben.” Dass diese Haltung das Verhalten, wie Verbraucher ihre Waren beschaffen, verändert, liegt auf der Hand.
Die Interaktion zwischen Verbrauchern und Dienstleistern wird dadurch auf den Kopf gestellt. Dabei geht es nicht länger um das Produkt, sondern vielmehr um das Erlebnis das einem das Produkt verschafft. Viele Unternehmen greifen nun aus diesen Gründen auf das Miet-Modell zurück.
Elektronikladen
© Gorodenkoff/ fotolia

Miet-Commerce wird jetzt mit großen Lettern geschrieben!

Die Entwicklungen, die sich aus den Miet-Strategien der Unternehmen ergibt, zeigen, dass vor allem junge Verbraucher keine Produkte mehr kaufen, sondern vorübergehend mieten wollen. Auch Porsche hat sich die Idee zu eigen gemacht und bietet seinen Kunden ein Premium-Abo an. Für 2.000 Euro haben die Abonnenten die Möglichkeit, jeden beliebigen Porsche an jedem beliebigen Tag zu fahren. Was für Luxusartikel funktioniert, sollte demnach auch für Alltagsartikel gelten.

Was bieten die Miet-Modelle für Händler?

Das Geschäftsmodell bietet Händlern viele Vorteile. Begriffe wie Customer-Lifetime-Value oder Customer Journey sind aus Wortschatz der Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Durch die Miet-Modelle können die Anbieter Daten sammeln, die es ermöglichen, den Kunden und seine Gewohnheiten sehr genau kennenzulernen um damit besseres Cross-Selling zu betreiben.

Die perfekte Customer-Journey.

Es gibt viele Produkte, die als Muster für das Miet-Modell hergenommen werden könnten. Nehmen wir hier das Beispiel einer Miet-Drohne: Im Idealfall könnte eine Customer-Journey so aussehen, dass der Kunde im Web eine Anzeige zum Mieten einer Drohne wahrnimmt. Die Kunde klickt und bestellt ein Jahres-Abo. Der Kunde erhält die Drohne und fliegt zugleich los.
Dabei passiert ein Crash und ein Flügel der Drohne wird zerbrochen. Der Crash wird aufgenommen und die Daten werden umgehend an den Vermieter übermittelt. Der Kundenservice ruft sofort an und fragt nach dem Problem oder kennt dieses bereits. Im ersten Schritt bietet der Mietanbieter an, Ersatzflügel zu schicken. Weiter fragt der Service-Mitarbeiter an, ob der Kunde vielleicht auch gerne ein Flugstunden-Paket für Anfänger buchen möchte. Außerdem wären mit dem Versicherungspaket die Ersatzflügel kostenfrei.
Kundendaten vermitteln den Händlern also einen guten Überblick über die Bedürfnisse des Kunden. Unter den richtigen Umständen können diese also ihren Kundenservice verbessern und damit das Cross-Selling ausbauen.

FAQ für das Miet-Modell:

Die Möglichkeiten, sein Angebot auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen, sind je nach Warengruppe vielfältig. Doch was verändert sich durch die Miet-Angebote und was sind häufige Fragen und Hürden auf die Anbieter gefasst sein müssen?

Können Produkte im Laufe der Mietzeit gekauft werden?

Was vom Kunden zur Miete bezogen wurde, soll im besten Fall dazu führen, dass dieser die Ware auch behalten möchte. Doch auch hier gibt es rechtliche Tücken, welche vorher bedacht werden müssen. Vertragsverhältnisse in denen der Käufer den Vertrag zunächst kündigen muss um die Ware erst dann beziehen zu können, sind hier also nicht die beste Variante. Der Vertrag sollte somit im Vorfeld korrekt gestaltet werden, sodass es für den Kunden nicht unnötig kompliziert wird. Der Anbieter benötigt in diesem Fall Geschäftsbedingungen, die es dem Kunden ermöglichen die Ware nach oder schon während der Mietzeit kaufen zu können.

Wer haftet, wenn das Produkt kaputt geht?

Bei sachgemäßer Nutzung ist es selbstverständlich, dass Anbieter die Haftung sowie Reparatur bzw. Austausch für die defekte Ware übernehmen. Sofern der Kunde den Defekt verursacht hat, haftet grundsätzlich dieser. Da sich das Mietmodell immer mehr etabliert, haben sich jedoch auch viele Haftpflichtversicherungen auf das Thema spezialisiert und decken Schäden an gemieteten Produkten ab. Händler sollten in diesem Fall ihre Käufer darauf hinweisen. 

Wer zahlt für entstandene Gebrauchsspuren?

Wenn gemietete Produkte durch verschiedene Hände gehen, sind Abnutzungs- oder Gebrauchsspuren nicht zu vermeiden. Wichtig dabei ist, dass diese durch sachgemäße Nutzung entstanden sind. Demnach gehören Gebrauchsspuren dazu und müssen nicht von dem Nutzer getragen werden.

In welchem Zustand sollten sich Produkte befinden?

Wichtig sind auch für gemietete Produkte, dass diese im neuwertigen Zustand angeboten werden. Hierzu gehören eine professionelle Reinigung sowie uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit. Geräte auf denen persönliche Daten gespeichert werden müssen auf Werkseinstellung zurückgesetzt werden. Händler sollten ihre Kunden jedoch schon vorher darauf hinweisen, persönliche Daten vor dem Versand zu löschen, sodass auch alle Daten privat bleiben.

Was passiert mit einem Produkt, wenn es zurückgegeben wurde?

Sobald die Waren vom Kunden zurückgegeben wird muss diese eingängig geprüft werden. Im Anschluss lässt sich entscheiden, ob sich die Ware wieder aufbereiten lässt und ob es in einem neuwertigen Zustand vermietet werden kann. Händler sollten zudem auf eine professionelle Reinigung achten.

Geschrieben von David Barthelmann


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